Infizierte Pleuraflüssigkeit

Pleuraempyem

Als Pleuraempyem wird eine Ansammlung von infizierter Pleuraflüssigkeit und/oder Eiter im Pleuraspalt bezeichnet. Bei diesem handelt es sich um den Raum zwischen der inneren Auskleidung der Brustwand (Pleura parietalis/Rippenfell) und der äußeren Haut der Lunge (Pleura viszeralis/Lungenfell). Der Pleuraspalt ist normalerweise unter 1 mm breit, wobei Rippen- und Lungenfell mit einem Flüssigkeitsfilm überzogen und dadurch als eine Art Verschiebeschicht bei Ein- und Ausatmung aneinandergebunden sind.

Wie erkennt man ein Pleuraempyem?
Ursachen & Symptome

Zu einem Pleuraempyem kommt es, wenn Bakterien auf unterschiedlichem Wege in den Pleuraspalt gelangen. Häufig kommt es im Rahmen einer bakteriellen Lungenentzündung zu einem Übertritt von Bakterien aus dem Lungengewebe in den Pleuraspalt. Weitere Auslöser eines Pleuraempyems können Lungentumore, Lungenabszesse, Verletzungen des Brustkorbs, Punktionen im Bereich des Brustkorbs, eine Entzündung im Bereich des Rippenfells oder eine Entzündung im Bauchraum sein.

URSACHEN: WIE KOMMT ES ZUM PLEURAEMPYEM?

Die häufigsten Ursachen für ein Pleuraempyem sind:

  • Bakterien/bakterielle Lungenentzündung
  • Lungentumore
  • Lungenabszesse
  • Verletzungen des Brustkorbs
  • Punktionen im Bereich des Brustkorbs
  • Entzündung im Bereich des Rippenfells
  • Entzündung im Bauchraum
SYMPTOME UND FOLGEN EINES PLEURAEMPYEMS
  • allgemeine Abgeschlagenheit/Leistungsknick
  • Husten mit Auswurf
  • einseitige Brustschmerzen
DIAGNOSE

Zur Diagnosestellung eines Pleuraempyems gehören die Anamneseerhebung, die körperliche Untersuchung, Blutuntersuchungen sowie eine bildgebende Diagnostik mittels Ultraschall, Röntgen des Thorax oder einer Computertomographie des gesamten Brustkorbes. Bei Feststellung einer Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt mittels der bildgebenden Verfahren wird zur Diagnosesicherung eine Probepunktion (meist ultraschallgesteuert) durchgeführt.

Drei Stadien, drei Therapien
Behandlung des Pleuraempyems

Das Pleuraempyem kann in drei Stadien eingeteilt werden, an denen sich auch die empfohlene Therapie orientiert.


Stadium I (exsudative Phase – trübe Flüssigkeit im Pleuraspalt):

In diesem initialen Erkrankungsstadium liegt ein Pleuraerguss ohne relevante Eiteransammlung im Brustkorb vor.  Die Behandlung erfolgt zunächst durch eine Ergussentlastung mittels Einlage einer Thoraxdrainage mit ggf. zusätzlicher antiseptischer Spülung der Drainage. Die Therapie wird meist durch eine intravenöse oder orale Antibiotikagabe ergänzt. Etwa 24 Stunden nach Einlage der Thoraxdrainage wird eine erneute Computertomogaphie durchgeführt. Sollten sich noch relevante Ergussanteile im Pleuraspalt befinden, die nicht durch die eingelegte Drainage entlastet wurden, so ist eine operative Therapie zu empfehlen. Diese kann in diesem frühen Stadium der Erkrankung in Schlüssellochtechnik (VATS- videoassistierte Thorakoskopie) durchgeführt werden. 

Stadium II (fibrino-purulente Phase – eitriges Sekret mit weichen eitrigen Belägen):

In diesem Stadium kommt es durch Bildung von eitrig-entzündlichen Belägen zu einer Kammerung der Flüssigkeitsansammlung. Daher ist eine vollständige Reinigung der betroffenen Pleurahöhle allein durch die Einlage einer Thoraxdrainage nicht mehr möglich. Eine operative Entfernung der Beläge bzw. des Eiters ist notwendig, um die Entzündung zur Ruhe zu bringen. Auch in diesem Stadium der Erkrankung wird möglichst eine minimalinvasive (uniportal, ggf. multiportale VATS) Operation durchgeführt.  Das Ausmaß der entzündlichen Veränderungen kann aber häufig erst intraoperativ genau festgestellt werden. So kann es auch bei fortgeschrittenen Befunden notwendig sein, auf ein offenes Operationsverfahren (seitliche Thorakotomie) zu wechseln, um alle Beläge, insbesondere die auf dem Lungenfell, entfernen zu können.

Stadium III (vernarbende organisierende Phase – Sekret und feste Beläge):

In diesem Erkrankungsstadium haben sich aufgrund der länger andauernden, chronisch eitrigen Entzündung dicke Schwarten auf der Lunge und der Brustwand gebildet. Die Schwarten entsprechen einem deutlich verdickten Rippen- und Lungenfell, welches durch die Wucherung von Bindegewebe bei einer chronischen Infektion entsteht. Diese Beläge hindern die Lunge daran, sich vollständig auszudehnen und führen daher zu einer deutlichen Leistungseinschränkung des betroffenen Patienten. Zur Entfernung dieser festsitzenden Schwarten und etwaiger gekammerter Eiteransammlungen ist es häufig in der Schlüssellochtechnik nicht ausreichend möglich, alle Beläge zu entfernen, sodass in diesem Falle eine offene OP nötig wird.

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